Selbstverständnis

Gender Bender Action Days – Gender Bender – bend the gender (verbiege das Geschlecht!) – Herrschaft aufbrechen für ein queeres Leben; jenseits von Norm und aufgezwungenen Verhaltensregeln. Die „Gender Bender Action Days“ sind Freiraumtage. Ein Ort zum Ausprobieren, zum Lernen, zum „Anders“-sein. Sei du selbst auch wenn dich deine Freund_innen so noch nicht kennen.
Die „Gender Bender Action Days“ sind Queer-Days! Queer ist für uns kein Label sondern ein politisches Statement! Queer ist antisexistisch, feministisch, gegen Heterosexismus*, antirassistisch, antikapitalistisch, gegen die Norm, gegen diesen Alltag!
*Diskriminierung nicht heterosexueller Lebensweise
Hier kommt unser Selbstverständnis:
Queer vs. Alltag: Lange Zeit war es undenkbar, dass Frauen Hosen trugen. Doch noch heute scheinen bestimmte Accessoires den jeweiligen vermeintlichen Geschlechtern vorbehalten. Männer, die Stöckelschuhe, Strumpfhosen oder Kleider tragen, werden noch heute stigmatisiert. Gleiches gilt für Frauen, welche „männlichen“ Hobbys oder Berufen wie bspw. Autos, Angeln oder Ähnlichem nachgehen. Jeden Tag, jede Minute ist unser Leben von der Kategorisierung Mann/Frau geprägt. Menschen, die sich optisch oder aufgrund von Verhaltensmustern nicht in diese Kategorien einordnen lassen, verwirren uns. Diese Menschen gelten als „anders“, „behindert“ oder „abnormal“. Das ist der Alltag, das ist die Norm. Das wollen wir ändern. Lasst uns die Mauern in unseren Köpfen sprengen, die gegebenen Kategorien verwerfen, provoziert euch selbst und andere! Auf, dass dieser Alltag Vergangenheit werde!
Queer vs. Gender: Wir lehnen die (Fremd-)Kategorisierung nach Geschlecht ab. Dabei spielt es keine Rolle ob nun gender (soziales Geschlecht) oder sex (vermeintlich biologisches Geschlecht). Wichtig ist, wie du dich fühlst und wie du sein willst. Ob du dafür Kategorien wie männlich, weiblich, trans- oder intersexuell, Hermaphrodit, androgyn, lesbisch, schwul, bi benutzt werden sei dir selbst überlassen.
Queer bedeutet für uns aber auch Feminismus und Empowerment für Frauen. Das ist kein Widerspruch. Wenn Menschen in der heutigen Gesellschaft kategorisiert werden und aufgrund dieser Zuschreibungen diskriminiert werden, ist den Betroffenen nicht geholfen, wenn wir diese Kategorien schlicht leugnen. Solange die Kategorien Geschlecht bzw. männlich oder weiblich benutzt werden, um Menschen zu unterdrücken und zu bevormunden, solange werden wir für die Rechte und die Gleichbehandlung von Frauen kämpfen. Dabei geben wir uns nicht mit Konzepten wie Gleichberechtigungsfloskeln – im kapitalistischem Sinne – zufrieden. Es ist kein Fortschritt, wenn es Frauen-Quoten o.ä. gibt, solange sich nur durchsetzen kann, wer erneut „männliche“ Attitüde wie Dominanz, Härte und Kalkül in dieser Leistungsgesellschaft beweist.
Wir distanzieren uns aber von Feminist_innen, die sich auf naturgegebene Unterschiede zwischen Geschlechtern berufen, Frauen sind nicht die besseren Männer, sie sind nicht von Natur aus Pazifistinnen, vom Mond geleitet oder aber Mutter-Natur verbundener. Wir lassen uns weder von vermeintlich natürlichen Gegebenheiten, noch irgendeinem Gott oder einem Staat vorschreiben, wie wir zu denken, fühlen oder handeln haben. Auch wissenschaftliche Erkenntnisse dürfen nicht dazu führen, Menschen in ihrer Freiheit einzuengen.
Queer vs. Kapitalismus: Eine Gesellschaft, die Menschen nach deren Leistungsfähigkeit und ökonomischer Verwertbarkeit klassifiziert, kann nicht die Unsere sein. Zwar mögen die alten Klassen nicht mehr in der damaligen Form bestehen, sie sind jedoch lediglich neuen Kategorien von sozialen Ungleichheiten gewichen. Deren Zugehörigkeit ist unter anderem beeinflusst durch Herkunft, Sprache, Hautfarbe, sozialem Stand der Eltern, Geschlecht und körperlicher so wie geistiger “Unversehrtheit”. Unsere Solidarität gehört daher den Menschen, die vom System übersehen werden, die nicht die Chance haben frei über ihr Leben zu bestimmen. Zum Beispiel illegalisierten Flüchtlingen, die ohne jeglichen rechtlichen und medizinischen Schutz, die Drecksarbeit für die Wohlstandsgesellschaft erledigen, Menschen, die auf Grund von körperlichen sowie geistigen Einschränkungen von der Gesellschaft ausgestoßen werden, bis hin zu denen, die einfach keinen Bock auf diese ganze Scheiße haben und versuchen sich dieser zu entziehen, soweit es ihnen möglich ist.
Ein Ende der Diskriminierung dieser Menschen geht nur über ein Ende des Kapitalismus.
Queer vs. Rassismus: Wir fordern die Freiheit eines jeden Menschen selbst über ihr Leben zu bestimmen. Dies ist mit Rassismus nicht zu vereinbaren. Wir denken, dass alle Menschen das Recht haben die Art und den Ort, wie und wo sie leben wollen, frei zu wählen. Menschen, die vor Hunger, Gewalt oder in Not fliehen müssen, gehört besondere Unterstützung und aber auch diejenigen, die lediglich woanders leben wollen, sollen die Freiheit dazu haben unabhängig von Herkunft oder Glauben.
Wir wehren uns auch gegen die Stimmungsmache gegen Religionen, hierzulande vor allem gegen den Islam, als „frauenfeindliche homophobe Invasion“. Patriarchat gibt es in jeder Religion und ist immer Scheiße egal wie es legitimiert wird.
Unsere Solidarität gilt vor allem auch Menschen, die auf Grund der Herkunft, der Hautfarbe, des Geschlechts, der sexuellen Orientierung oder des sozialen Standes gleich mehrfach der alltäglichen Diskriminierung ausgesetzt sind.
Queere Liebe: Liebe ist schön, Liebe ist grausam aber vor allem ist Liebe bei weitem nicht so wichtig wie alle sagen. Liebe ist auch nicht zwangsweise romantisches Hetero-Gedusel zu zweit in Himmelbetten. Liebe ist so vielfältig wie die Menschen selbst. Fühlt euch frei und entdeckt für euch neue Horizonte. Hauptsache ihr fühlt euch gut damit. Lasst aber eure Besitzansprüche gegenüber anderen Menschen/ euren Partner_innen zu hause, jede_r kann für sich selbst handeln.
Have Sex (if you like to) hate Sexism: Wir haben nicht den Anspruch Menschen vorzuschreiben wie, mit wem, wann, wo und ob überhaupt sie Sex haben sollen. Fakt ist, viele Menschen haben gerne Sex aber Fakt ist auch, dass viele nicht darüber reden. Wir wollen niemanden drängen es zu tun wenn es nicht gewollt ist, aber wir wollen einen Freiraum anbieten, wo dies ohne Scham oder Angst getan werden kann.
Wir wollen aber gleichzeitig Menschen einen Schutzraum bieten, die von sexualisierter Gewalt betroffen sind oder waren. Wir werden vor Veranstaltungen, wo wir denken, dass eine Gefahr besteht Erinnerungen zu triggern, darauf hinweisen und auch einen Rückzugsraum und Ansprechpartner_innen anbieten. Wir fordern auch alle Teilnehmer_innen der Gender Bender Action Days dazu auf, vor allem bei diesem Thema auf andere Teilnehmende zu achten.
Queer ist D.I.Y.: Freiheit ist nicht kaufbar! Freiheit wird dir nicht geschenkt! Freiheit muss erkämpft werden! Es wird sich nichts zu unserem Guten wenden wenn wir es nicht selber machen. Vor allem wenn wir der Norm entfliehen wollen, werden wir in den Kaufhäusern nichts finden. Da hilft nur selber machen und das funktioniert auch. Nichts ist unmöglich. Alles was wir brauchen ist unser Verstand und unsere Hände und unseren Zusammenhalt. Auf die Dienstleistungsgesellschaft können wir verzichten.

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